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Geschichte

Das ehemals bedeutsame Archiv des Klosters Lorsch ist heute, ähnlich wie seine Bibliothek, in alle Winde zerstreut. Urkunden und Archivalien, die u.a. für die Wirtschafts-, Sozial- und Personengeschichte von erheblichem Wert sind, werden in zahlreichen Archiven und Bibliotheken Mittel- und Süddeutschlands aufbewahrt und müssen zum großen Teil erst noch vor Ort identifiziert werden bevor sie den einschlägigen Fächern für eine systematische Forschung zur Verfügung stehen. Dies gilt vor allem für die Zeit des späteren Mittelalters ab 1200 und für die Frühe Neuzeit.

Bislang spiegelt sich die reiche Überlieferung der Klostergeschichte hauptsächlich im Lorscher Codex und im Lorscher Kartular wider, das erst nach der Klosterauflösung im 16. Jahrhundert erstellt wurde. Enthält der Lorscher Codex lateinische Urkundenexzerpte aus der Zeit seit der Klostergründung bis um 1100, sind im Lorscher Kartular die Texte zu den Rechtsgeschäften, die die Wirtschaftsgeschichte des Klosters vom 13. bis in das 17. Jahrhundert betreffen, enthalten.

Die frühen Urkunden, die mit den Einträgen im Lorscher Codex korrespondieren, sind nicht mehr im Original erhalten. Die spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Dokumente werden, wie frühere Forschungen des 19. Jahrhunderts und aktuelle stichprobenartige Recherchen erweisen, hingegen noch in größerer Zahl in Archiven und Bibliotheken verwahrt. Ihre Identifizierung und Digitalisierung könnte somit einen entscheidenden Schritt für die Sichtbarmachung der späteren Klostergeschichte von Lorsch bedeuten.

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