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Darmstadt, Hessisches Staatsarchiv, Bestand A 1 Nr. 20/17

Urkunde: Erbbestandsvergabe eines Hofguts zu Biblis an die Ehepaare Keim und Wintter

Heidelberg, 1596 März 20 , Ausfertigung

Pergament

Die Geistliche Güteradministration zu Heidelberg bestätigt für das Kloster Lorsch die Erbbestandsvergabe eines Hofguts zu Biblis mit 46 Morgen und 3 Mannesmahd Wiesen an Valentin Keim und seine Ehefrau Apollonia sowie Hans Wintter und seine Ehefrau Katharina, alle Gemeindeleute und Einwohner zu Biblis. Kurfürst Friedrich [IV. von der Pfalz], Pfalzgraf bei Rhein, und der Edelknecht Lukas Forstmeister von Gelnhausen der Ältere, kurpfälzischer Rat, gaben dazu ihre Einwilligung. Die Empfänger verpflichten sich, die Güter nicht ohne das Wissen des Lorscher Schaffners zu veräußern oder zu belasten. Sollte dies doch mit Einverständnis des Lorscher Schaffners geschehen, sind sie verpflichtet, von dem Erlös das Laudemium oder den 50. Pfennig an das Kloster Lorsch zu bezahlen. Zudem verpflichten sie sich gegenüber dem Kloster Lorsch zu einer jährlichen Lieferung, die erste im Jahr 1596, von 16 Malter Korn und 16 Malter Hafer, Wormser Maß, in dessen Speicher. Des Weiteren sollen sie die Güter alle 15 Jahre auf ihre Kosten neu beschreiben lassen und von dieser, durch das Gericht zu Biblis zu besiegelnden Beschreibung eine Ausfertigung dem Schaffner des Lorscher Klosters zukommen lassen. Außerdem sollen sie die Raine und Grenzsteine in gutem Zustand bewahren, um Besitzverlust vorzubeugen. Im Fall eines Besitzverlusts müssen sie den Schaden mit ihren eigenen Gütern erstatten. Für die Abnutzung und Überbesserung sollen die Eheleute insgesamt 700 Gulden in Raten an das Lorscher Kloster bezahlen. Die erste Rate in Höhe von 200 Gulden ist an St. Martin [11.11] des Jahres 1596 fällig. Ferner ist in den darauffolgenden Jahren jährlich ein Betrag von 100 Gulden zu entrichten, bis die Schuld getilgt ist. Falls die Eheleute die Zahlungen nicht leisten oder sich nicht an Vereinbarungen halten, fallen die Güter an das Kloster Lorsch zurück.
Bei den verliehenen Gütern handelt es sich um folgende Äcker im Dungauer Feld: 3 Morgen im Dungauer Feld, grenzen an die Bibliser Kirchengüter, das Gut der [Johanniter-]Komturei zu Worms und den Dungauer Teich. 3 Morgen beim Grasweg, grenzen an die Kirchengüter, das Gut der Komtureiherren, des St.-Andreasstifts zu Worms und des St.-Johannes-Altars zu Bensheim. 1 Zweitel mitten im Feld, grenzt an das Gut des Hans Merckel und des St.-Andreasstifts zu Worms. 1 Zweitel bei dem Bildstock, grenzt an das Gut des Hans Schwarzenberger, des Lorenz Salman, des Junker Sickingen und des St.-Johannes-Altars zu Bensheim.
Im Steinerfeld liegen: 7 Morgen, grenzen an das Gut des Ewald Bibeßheimer, des St.-Andreasstiftes zu Worms, des Lizentiaten [Laurentius] Zincgref und der Wormser Komtureiherren. 7 Morgen beim Berg, grenzen an das Gut von Klaus Kheim aus Wattenheim, an die Bibliser Kirchengüter, an das Gut der Wormser Komtureiherren und der Witwe von Peter Stoltz aus Zwingenberg. 7 Morgen bei dem Siebchen, grenzen an das Gut des Lorenz Salm, des Ulrich Haußmann des Alten – das Erbgut des kurpfälzischen Schultheißen – des Hans Merckel und der Wormser Komtureiherren.
Im Hochfeld liegen: 7 Morgen neben dem Holzweg, grenzen an das Gut des Jost Scheuenpflugkh, den Gemeinen Weg, das Gut der Junker von Wallbrunn und des Lizentiaten [Laurentius] Zincgref aus Heidelberg. 9 Morgen ebenda, grenzen an die Bibliser Pfarrgüter, das Gut des Valentin Bäll, des Asmus Hahn – das Junkergut, genannt die Lerchen – und der Junker von Wallbrunn. 1 Zweitel ebenda, grenzt an das Gut des Licentiaten [Laurentius] Zincgref aus Heidelberg, der Witwe von Hans Freihaut, den Gemeinen Weg und das Erbgut von Nikolaus Herbart. 1 Zweitel ebenda, grenzt an das Gut von Hans Merckel, der Junker von Wallbrunn und an 7 Morgen Klostergut.
An Wiesen: 3 Mannesmahd Wiesen liegen im Spießfeld, grenzen an das Gut des Ewald Bibeßheimer, des St.-Johannes-Altars zu Bensheim, an die allgemeine Allmende und das Gut des Asmus Hahn, genannt das Schlittengut.
Ankündigung des Siegels des Ausstellers.
Der geben vnd geschehen zu Heidelberg den Zwanzigsten monats tag Martij Alß mann Zalt nach Christi geburtt Eintausend Funffhundert Neunzig vnd Sechs.

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Persistent URL: https://archivum-laureshamense-digital.de/view/sad_a1_nr_20_17
URN: urn:nbn:de:bsz:16-diglit-375052   
DOI: 10.11588/diglit.37505
IIIF Manifest: https://archivum-laureshamense-digital.de/view/iiif/sad_a1_nr_20_17/manifest

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